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Homelab-Software-Stacks: KI-Automatisierung, Kleinunternehmen und Backup

Typische Software für das Homelab in drei fertigen Stacks: KI für Automatisierung (Coding, Texte), Kleinunternehmen (Steuern, Ordnung, Rechnungen) und Backup.

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schutzgeist

3 min read
Homelab-Software-Stacks im Überblick

Homelab-Software-Stacks: KI-Automatisierung, Kleinunternehmen und Backup

Was dieser Artikel behandelt

  • Drei fertige Software-Zusammenstellungen für das Homelab, nicht einzelne Tools, sondern sinnvolle Kombinationen.
  • Stack 1: KI & Automatisierung (Coding, Texte, Workflows).
  • Stack 2: Kleinunternehmen (Steuern, Ordnung, Rechnungen, CRM, Support).
  • Stack 3: Backup & Sicherheit.
  • Alles self-hosted, alles mit Verweisen auf die Detail-Artikel.

Einleitung

Die Frage „welche Software ins Homelab?” beantwortet sich am besten in Stacks: Tools, die zusammenarbeiten, nicht einzeln stehen. Hier sind drei erprobte Zusammenstellungen, alle laufen auf einem einzigen Mini-PC (z. B. dem MS-S1 Max aus dem Homelab-Guide) mit Docker.

Stack 1: KI & Automatisierung

Der Kern-Stack für BotServ-Leser: lokale KI plus die Werkzeuge, die sie antreiben.

WerkzeugZweckArtikel
OllamaLokale LLM-Runtime, das GehirnOllama
Open WebUIChat-Oberfläche für Ollama (Texte, Recherche)Open WebUI
n8nWorkflow-Automatisierung, verbindet allesn8n
Continue.dev / AiderKI-Coding im EditorCoding-Modelle
OpenHands / OpenClawAutonome Coding-AgentenKI-Agenten
QdrantVektordatenbank für RAGLokales RAG
Stirling-PDFPDF-Werkzeuge + OCR für Dokumenten-PipelinesStirling-PDF
Telegram/Signal-BotKI-Frontend aufs HandyChatbots

So arbeitet der Stack zusammen: n8n ist der Klebstoff, ein Trigger (E-Mail, Webhook, Cron) ruft Ollama, Ergebnis geht in NocoDB, Nextcloud oder per Telegram-Bot ans Handy. Coding läuft in Continue.dev/Aider direkt gegen Ollama: Coding-Modelle wie qwen2.5-coder oder deepseek-coder lokal.

# Minimaler KI-Stack — docker-compose.yml (Auszug)
services:
  ollama:
    image: ollama/ollama:latest
    volumes: [ollama_data:/root/.ollama]

  open-webui:
    image: ghcr.io/open-webui/open-webui:main
    environment:
      - OLLAMA_BASE_URL=http://ollama:11434
    ports: ["127.0.0.1:3000:8080"]
    depends_on: [ollama]

  n8n:
    image: n8nio/n8n:latest
    ports: ["127.0.0.1:5678:5678"]
    environment:
      - OLLAMA_HOST=http://ollama:11434
    depends_on: [ollama]

volumes:
  ollama_data:

Stack 2: Kleinunternehmen

Für Freelancer und kleine Firmen: die Büro-Werkzeuge, self-hosted. Das ist der „keine Daten an Lexoffice/sevDesk”-Stack.

AufgabeWerkzeugArtikel
Rechnungen + ZeiterfassungInvoice NinjaInvoice Ninja
eSignaturenDocuSealDocuSeal
CRM / VertriebTwentyTwenty
TerminbuchungCal.comCal.com
Dokumente / DMSPaperless-ngxPaperless-ngx
Dateien / CloudNextcloudNextcloud
KundenserviceChatwootChatwoot
Website-ChatbotTypebotTypebot
PasswörterVaultwardenVaultwarden
Social MediaPostizPostiz
Tabellen/No-Code-DBNocoDBNocoDB
Backend/DBSupabaseSupabase

Der typische Geschäfts-Workflow:

Cal.com (Kunde bucht) 
    → Twenty (Deal angelegt) 
    → Ollama (Angebots-Text) 
    → Stirling-PDF (PDF generiert) 
    → DocuSeal (Unterschrift) 
    → Invoice Ninja (Rechnung) 
    → Paperless-ngx (Archiv)

Wichtige Hinweise für Deutschland:

  • GoBD/Steuern: Invoice Ninja hilft mit Nummernkreisen und Archivierung, aber GoBD-Konformität ist Deine Verantwortung: Steuerberater einbeziehen, regelmäßige unveränderbare Backups.
  • Steuern direkt: Kein Open-Source-Tool ersetzt ELSTER/UStVA: Invoice Ninja deckt Rechnungen, nicht die Steuererklärung. Für Buchhaltung hilft GnuCash/Akaunting als Ergänzung; Steuer-Export an den Berater bleibt manuell oder über Export.
  • Ordnung: Paperless-ngx für eingehende Belege/Dokumente mit OCR und Tagging, der wichtigste Baustein für „Ordnung”.
  • DSGVO: Alles on-premise, der große Vorteil dieses Stacks gegenüber Cloud-Lösungen.

Stack 3: Backup & Sicherheit

Das Fundament, ohne Backup ist das Homelab Spielzeug.

WerkzeugZweck
restic / borgbackupVerschlüsselte, deduplizierte Backups (CLI-Standard)
KopiaModerne Alternative mit UI-Option
DuplicatiGUI-Backup für Einsteiger
Proxmox Backup ServerWenn Proxmox läuft: VM-Backups
VaultwardenPasswörter/Secrets (sichert sich selbst mit)
Tailscale / WireGuardSicherer Zugriff von außen
NUT (Network UPS Tools)USV anbinden, sauberer Shutdown bei Stromausfall

Die 3-2-1-Regel im Homelab:

  • 3 Kopien der Daten
  • 2 verschiedene Medien (z. B. NVMe + externe HDD)
  • 1 Kopie off-site (zweiter Standort, verschlüsselte Cloud oder bei Verwandten)
# restic-Beispiel: tägliches verschlüsseltes Backup
restic -r /mnt/backup/repo backup /var/lib/docker/volumes \
    --exclude-file=/etc/restic/excludes

Siehe Backup-Grundlagen und Docker-Backup.

Zusammenstellung nach Budget

SetupWas drin läuftHardware
Einstieg (~600 €)Ollama + Open WebUI + n8n + Nextcloud + VaultwardenGebrauchter Mini-PC, 32 GB
KI-Stack (~2.400 €)+ gpt-oss-120b, RAG, Coding-AgentenMS-S1 Max 128 GB, siehe Homelab
Kleinunternehmen (~1.000 €)Invoice Ninja, DocuSeal, Twenty, Paperless, ChatwootMini-PC 32-64 GB + NAS

Key Takeaways:

  • Homelab-Software als Stacks denken: KI/Automatisierung, Kleinunternehmen, Backup.
  • KI-Stack: Ollama + Open WebUI + n8n + Coding-Tools + RAG, n8n ist der Klebstoff.
  • Kleinunternehmen: Invoice Ninja, DocuSeal, Twenty, Paperless-ngx, Chatwoot: GoBD beachten, Steuern bleiben Berater-Sache.
  • Backup-Stack: restic/borg + 3-2-1-Regel + USV, nicht optional.
  • Ein Mini-PC trägt alle drei Stacks; 128-GB-Maschine erst ab großen KI-Modellen nötig.

FAQ

Womit fange ich an?

Backup zuerst (restic + externe Platte), dann Vaultwarden (Passwörter), dann Ollama+Open WebUI für KI. Erst wenn das läuft: Business-Tools wie Invoice Ninja oder Twenty.

Kann ich damit Steuern machen?

Teilweise: Invoice Ninja deckt Rechnungen und Belege. Für UStVA/ELSTER und die Steuererklärung gibt es kein Open-Source-Ersatz, dafür brauchst Du kommerzielle Software oder den Steuerberater. Ordnung und Rechnungen bekommst Du aber komplett selbst gehostet.

Läuft das alles auf einem Mini-PC?

Ja, die Tools zusammen brauchen ~8-16 GB RAM ohne KI. Mit lokalen LLMs (8B-Modelle) ~32 GB; für große MoE-Modelle wie gpt-oss-120b eine 128-GB-Maschine (MS-S1 Max).

Warum nicht einfach Cloud-Tools?

Datenhoheit (DSGVO), keine Abo-Kosten, keine Vendor-Abhängigkeit. Der Preis: Du wartest und sicherst selbst. Für Kleinunternehmen mit Datenschutz-Anforderungen oft die bessere Wahl.

Alles in Docker?

Ja, alle genannten Tools laufen als Container. Docker + Compose ist der Standard; Proxmox-VMs nur wenn Du echte Isolation brauchst. Siehe Docker-Artikel.

Wie wichtig ist Backup wirklich?

Kritisch, ohne Backup ist ein Homelab nur Zeitverschwendung beim ersten Festplatten-Tod. 3-2-1-Regel: 3 Kopien, 2 Medien, 1 off-site. Verschlüsselt (restic/borg machen das automatisch).

Quellen und weiterführende Literatur

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